Der Baustoff Gips

Gips: ein alt bewährter Baustoff

Schon in der Antike wurde Gips als Baumaterial verwendet. In Griechenland wurde es wegen seiner leichten Bearbeitbarkeit für Bauornamente an den Häusern genutzt. Die Römer schließlich entdeckten, dass durch starkes Erhitzen eine Substanz entsteht, die mit Wasser vermischt aushärtet und als Putz verwendet werden kann.

Gips ist Calciumsulfat, das in verschiedenen Hydratstufen vorliegen kann. Das in der Natur vorkommende Gipsgestein ist Calciumsulfat-Dihydrat (CaSO4 x 2H2O). Die in der Natur anstehende kristallwasserfreie Form des Calciumsulfats wird als Anhydrit (CaSO4) bezeichnet.

Beide Minerale haben sich im Laufe geologischer Vorgänge weiträumig und in großer Menge gebildet; sie werden weltweit abgebaut und technisch genutzt. Außerdem fällt Gips und Anhydrit in großen Mengen als industrielles Nebenprodukt an. Mit „Gips“ werden im deutschen Sprachgebiet sowohl das in der Natur vorkommende Gipsgestein und das diesem entsprechende Nebenprodukt aus industriellen Prozessen, als auch die beim Brennen dieser Ausgangsstoffe entstehenden Erzeugnisse bezeichnet.

Innenausbau mit Gips - Behaglichkeit im Haus

Gips ist feuchtigkeitsregulierend und sorgt für ein angenehmes Wohn- und Raumklima. Der Baustoff ist zu 100 Prozent mineralisch und ökologisch völlig unbedenklich. Er hat den gleichen pH-Wert und dieselbe Wärmeleitfähigkeit wie die menschliche Haut. Darüber hinaus besitzt Gips nur eine geringe Wärmeleitfähigkeit und speichert somit die Wärme im Haus.

Gipsplatten bestehen im Wesentlichen aus einem Gipskern, der allseitig mit Spezialkarton ummantelt ist. Der Ausgangspunkt für Gipsplatten ist das Gipsgestein Calcium-Dihydrat.

Durch Brennen des gewonnenen Naturgipses wird der natürliche Wassergehalt erheblich reduziert, so dass ein abbindefähiger Stuckgips-Calcium-Halbhydrat entsteht. Weitere werkseitige Bearbeitung, Einbringen von Zusatz- und/oder Imprägnierungsmitteln sowie Zugabe von Wasser lassen einen homogenen Gipsbrei entstehen, der als fertig gemischtes Material auf die schnell laufende Bandstraße zwischen speziellen Papierkartonagen eingebracht, getrocknet, geschnitten und palettiert wird.

Gipsplatten aus REA-Gips, welcher bei der Rauchgasentschwefelung von Kohlekraftwerken entsteht, sind so beschaffen, dass sie ökologisch wie auch technisch den Erzeugnissen aus Naturgips entsprechen. Im Zuge des Abbinde- und Trocknungsprozesses bildet der zuerst flüssige Gipsbrei nadelförmige Kristalle. Dabei entstehen im Gipskern Hohlräume, die für die spätere Atmungsaktivität der Gipsplatte sorgen.

Safety first

Wände aus Gipsplatten bieten bereits bei geringer Wanddicke und niedrigem Gewicht einen ausgezeichneten Brandschutz. Gips beinhaltet Wasser, das chemisch im Gipskern gebunden ist. Bei Brandeinwirkung wird dieses Wasser durch Verdampfung frei und sorgt somit für einen hohen Wärme- (Energie-) Verbrauch, der etwa 5 mal so hoch ist wie die Energiemenge, die zur Erwärmung der gleichen Wassermenge bis zum Siedepunkt benötigt wird.

Ein Beispiel hierzu: eine 15 mm dicke danogips-Feuerschutzplatte Typ DF (GKF) enthält pro m² etwa 3 Liter gebundenes Wasser. Im Brandfall dient dieses Wasser dazu, dass ca. 15 Minuten keine wesentliche Temperaturerhöhung am Bauteil messbar ist und die Bauplatte somit als Feuerschutzverkleidung zur Standsicherheit eines Bauteils beitragen kann.

danogips-Gipsplatten sind gemäß der nationalen und europäischen Normen DIN 4102 und DIN EN 13501 nicht brennbar und können für normgerechte Brandschutzkonstruktionen auf Fußböden, Decken und Wänden befestigt werden. Gipsplatten können je nach Verwendungsart verschraubt, genagelt oder geklammert werden.

Nähere Informationen zum Thema Gips und Gipsplatten erhalten Sie im GIPS-Datenbuch, herausgegeben vom Bundesverband der Gipsindustrie e.V. (Download hier)

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